Tradition mit Zukunft

Die Burschenschaft Teutonia zeichnet sich durch ihre über 200-jährige Geschichte aus. In dieser Zeit bildeten sich viele Traditionen heraus, welche noch heute von uns, den aktiven Mitgliedern, gepflegt werden. Der Sinn und Zweck dieser Traditionen bleibt für uns bis heute gewahrt und ist Richtschnur für die Zukunft. Unsere Prinzipien sind in die Grundstruktur unserer Verbindung fest eingeflochten.

Studentisches Fechten

Eines dieser Prinzipien ist das studentische Fechten, Mensur genannt. Bei einer Mensur stehen sich zwei Angehörige verschiedener Studentenverbindungen gegenüber, die in der Regel eine ähnliche körperliche Konstitution besitzen und ein vergleichbares fechterisches Können aufweisen. Dies Verfahren dient dem Schutz der „Paukanten" und dem Niveau der auszutragenden Bestimmungsmensur. Die Paukanten sind einem Regelwerk unterworfen, nach dem nur bestimmte Hiebe erlaubt sind. Die Paukanten und die Verbindungen wissen so, welche Hiebe möglich sind und können sich dem entsprechend auf Deckungsbewegungen vorbereiten. Die Mensur erfüllt verschiedene Funktionen: Sie dient der Erziehung zur Selbstbeherrschung in Extremsituationen und bildet für die Burschenschaft Teutonia mit ihrer außergewöhnlichen Mitgliederzusammensetzung den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen den Mitgliedern. Sie verbindet die Bundesbrüder, sie ist Zeichen der Zugehörigkeit und fördert letztlich die Bereitschaft zum Einstehen für die Burschenschaft Teutonia.

Klare Werte: Ehre-Freiheit-Vaterland

Ehre

Für uns ist es erforderlich, dass ein jedes Mitglied unserer Verbindung in seinem Leben stets eine aufrechte und wahrhafte Haltung im Denken, Reden und Handeln gegenüber anderen und gegenüber sich selbst beweist. Es ist die Pflicht eines jeden, die eigene Würde und die eines jeden Mitmenschen zu achten und zu verteidigen.

Freiheit

Um die Freiheit, die innere und äußere, die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit des ganzen Volkes und unseres Vaterlandes ist immer wieder gerungen und gekämpft worden. Sie war eines der Ziele der Gründer der Urburschenschaft, und sie ist auch heute noch das Ziel der Burschenschaft Teutonia zu Jena. Frei sein in geistiger Beziehung bedeutet kritische Prüfung, Ablehnung von Vorurteilen und Überheblichkeit, Gewinnen eines selbstständigen Urteils. Frei sein bedeutet aber auch, die Meinung anderer zu achten sowie Verantwortung tragen zu wollen für Staat und Gemeinschaft. Zügellosigkeit, als falsch verstandene Freiheit, hat die Urburschenschaft und die gesamte burschenschaftliche Bewegung stets bekämpft. Für die Freiheit und Selbstständigkeit unseres Volkes, für die Freiheit der Meinung in Wort und Schrift hat sie gestritten. Dafür sind Burschenschafter ins Gefängnis gegangen oder haben, um sich der Verfolgung zu entziehen, ihre Heimat verlassen. Die Burschenschaft selbst wurde oft verboten, aber ihre Mitglieder gaben dieses Ziel nicht auf. Dieses Ziel wurde schließlich auch verwirklicht. Wenn heute die Grundrechte im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland die Freiheit der Meinung in Wort und Schrift, die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und das Recht eines Jeden auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit schützen, so dürfen wir mit Genugtuung feststellen, dass das Streben der Burschenschaft um die Erreichung dieser Ziele nicht vergeblich war. Schon deshalb müssen wir von den Mitgliedern unserer Burschenschaft erwarten, dass sie das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland respektieren und achten.

Vaterland

Unter Vaterland im engeren Sinne begreifen wir das räumliche Zusammenleben in einer staatlichen Gemeinschaft. Im weiteren Sinne verstehen wir darunter das Bekenntnis zu der durch gemeinsame Geschichte, Kultur und Sprache gekennzeichneten Gemeinschaft aller Deutschen. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit lehren uns nicht nur Respekt vor der Ehre und der Freiheit, sondern auch vor dem Vaterland jedes anderen Menschen.

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